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Pressemitteilungs-Archiv 2003
Pressemitteilung vom 22.02.2003
Mit Bus und Bahn "auf Schalke": Anbindung der Arena muss verbessert werden
PRO BAHN und VCD wollen auch Bahn-Haltepunkt
Eine bessere Anbindung der Arena AufSchalke mit Bus und Bahn fordern der Fahrgastverband PRO BAHN (Regionalverband Ruhr) und der Verkehrsclub Deutschland (VCD),
Kreisverband Bochum und Gelsenkirchen. Anlässlich des Fußballspiels Schalke 04 - Borussia Dortmund machten die Verbände am Samstag die aktuellen
Probleme deutlich: keine direkte Erreichbarkeit mit der Bahn, stattdessen nur Straßenbahnen, noch dazu mit Kapazitätsproblemen im Tunnel vor dem
Gelsenkirchener Hbf.
"Schon die jetzige Situation ist unbefriedigend, und bis zur Fußball-WM 2006 sind es nur noch 3 Jahre", so Jochen Schönfisch vom Fahrgastverband PRO BAHN.
Bisher ist die einzige ÖPNV-Anbindung der Arena die Straßenbahnlinie 302. Selbst bei dichtestem Verkehr und bis zur Kapazitätsgrenze vollgestopften
Bahnen können mit dieser Linie aber nur maximal 5.000 Zuschauer in der Stunde von der Arena zum Hauptbahnhof gefahren werden. Seit Jahren ist geplant,
Doppeltraktionen (zwei aneinander gekoppelte Bahnen) zwischen Gelsenkirchen-Stadtmitte und Buer einzusetzen. Zwar wurden vor einigen Jahren die Bahnsteige
entlang der Strecke verlängert, aber die Stromversorgung reicht noch nicht für Doppeltraktion. Der größte Engpass ist der Gelsenkirchener
Stadtbahntunnel, dessen Signalsystem keine dichten Zugfolgen zulässt; zudem muss der Bahnsteig am Hauptbahnhof umgebaut werden. Um Abhilfe zu schaffen,
haben Bogestra und Stadt Gelsenkirchen längst Pläne in den Schubladen liegen, es fehlt nur noch die verbindliche Zusage der finanziellen Unterstützung
durch das Land NRW. "Die Landesregierung ist gefordert, die Mittel bereitzustellen", so VCD-Sprecher Jürgen Eichel. Neben diesem Ausbau der Infrastruktur
benötigt die Bogestra zusätzliche Wagen. Denkbar wäre hier eine Kooperation mit den Verkehrsbetrieben Essen, Mülheim und Oberhausen. Eine
weitere Möglichkeit bietet nach Meinung der Verbände die Straßenbahnlinie 107, die bei Veranstaltungen von Essen kommend direkt zur Arena fahren
könnte. Damit würde zugleich der Gelsenkirchener Stadtbahntunnel entlastet.
"Das reicht aber nicht aus", meinen PRO BAHN und VCD. Da auch mit allen Ausbaumaßnahmen die Kapazität der Straßenbahn nur verdoppelt werden
könnte, fordern die Verbände eine Eisenbahnanbindung der Arena. Damit wären nicht nur direkte Züge aus dem Ruhrgebiet, sondern ggf. sogar
ICE-Züge vom Frankfurter Flughafen möglich. Der Vorschlag von PRO BAHN und VCD sieht den rund 2 km langen Neubau einer Eisenbahnstrecke vom
Güterbahnhof Hugo unter Benutzung der ehemaligen Bahntrasse zur Zeche Hugo bis zum Stadion vor. Die Zuschauer müssten nur noch die
Kurt-Schumacher-Straße auf der vorhandenen Fußgängerbrücke überqueren. Die Finanzierung des Neubaus sollte nach Meinung der
Verbände machbar sein - so habe die Bundesregierung einen Sondertopf angekündigt, um die Verkehrsanbindung der WM-Spielorte zu verbessern. Und
die Bahn-Anbindung sei auch nach der Fußball-WM weiter nutzbar.
Zu dieser Pressemitteilung gehört eine Grafik, die hier in hoher Auflösung für den Druck [ca. 200 kB] entweder
bunt oder
zweifarbig heruntergeladen werden kann. Abdruck honorarfrei
mit dem Hinweis "Grafik: Schönfisch / PRO BAHN Ruhr". Zudem haben Sie die Möglichkeit, die komplette
Pressemappe mit Hintergrundinformationen als PDF (628 kb) herunterzuladen.
Jochen Schönfisch

Gemeinsame Pressemitteilung von BUND (Kreisgruppe Dortmund) und PRO BAHN Ruhr
vom 25.08.2003
BUND und PRO BAHN fordern Nachbesserungen beim Bahnhofsprojekt 3do
Die Entscheidung über den Bau des Bahnhofsprojekts 3do steht noch aus. Unabhängig davon haben der Bund für Umwelt und Naturschutz
Deutschland (BUND) und der Fahrgastverband PRO BAHN jetzt Eckpunkte für das Projekt aus verkehrlicher und umweltbezogener Sicht aufgestellt.
In einer gemeinsam erarbeiteten Stellungnahme im Rahmen des eisenbahnrechtlichen Planfeststellungsverfahrens mahnen die Verbände eine bessere
Verknüpfung des Schienenverkehrs mit der Stadtbahn und den Linienbussen sowie die Öffnung des westlichen Flucht- und Servicetunnels für
den Radverkehr an. Verbesserungen für die Benutzer des so genannten Umweltverbundes (Bahn, Bus, Fahrrad, Fußgänger) sollten im Mittelpunkt
der Bahnhofsplanung stehen, und nicht die Schaffung eines Einkaufs- und Freizeitzentrums.
Umplanungen fordern die Verbände auf der Nordseite des Bahnhofprojektes. Dominik Vinbruck vom Fahrgastverband PRO BAHN: "Wir fordern, auf Teile des
Parkhauses am Nordeingang zu verzichten und stattdessen eine komfortable Bushaltestelle direkt am nördlichen Stadtbahnzugang zu errichten." Auch aus
der Sicht des Umwelt- und Klimaschutzes sollte die Fläche am Nordausgang nicht vollständig versiegelt werden. Thomas Quittek vom BUND: "In einer
Flechtenkartierung im Auftrag des Umweltamtes wurde hier die schlechteste Luftqualität im Stadtgebiet festgestellt."
Sorgen macht den Umweltverbänden auch die Zunahme des Autoverkehrs. So wird sich nach einem Verkehrsgutachten der Kfz-Verkehr auf der
Gneisenaustraße um 50 % und auf dem Königswall um 20 % erhöhen. Deshalb fordern BUND und PRO BAHN eine Reduzierung
der Stellplätze für das Bahnhofsprojekt.
Ungemütlich dürfte es nach der Umweltverträglichkeitsprüfung für die Bahnkunden im zentralen Bahnsteigbereich werden. Dort
ist "die Aufenthaltsqualität insbesondere bei kaltem Wetter als extrem schlecht einzustufen." Weiter heißt es: "Im Durchgang zwischen neuer und
bestehender Bebauung (Nordseite des Königswalls) ist bei starkem Südwestwind aufgrund von Düseneffekten mit heftigen Windböen zu
rechnen, die in Einzelfällen zu Gefährdungen von Passanten führen können." Wegen der Auswirkungen auf das Stadtbild empfehlen die
Gutachter, die Gebäudehöhe des 3do zu reduzieren.
Erhebliche Datenlücken haben die Umweltgutachter von BPI-Consult GmbH noch im März 2003 in den Planfeststellungsunterlagen festgestellt. So
fehlen u.a. Angaben zum Energiekonzept, Zufahrtswege für den Baustellenverkehr, baubedingte Erschütterungen, Neugestaltung der Bahnhofsvorplätze
und zur Fahrradstation und -abstellanlagen.
Wie es angesichts dieser fehlenden Planunterlagen überhaupt zur Einleitung des Planfeststellungsverfahrens durch die Bezirksregierung Arnsberg kommen konnte,
ist dem BUND und PRO BAHN ein Rätsel.
Die Stellungnahme im Wortlaut können Sie als PDF-Dokument herunterladen. Für den Ausdruck des Konzepts können Sie es als PDF-Dokument
herunterladen (
Weitere Informationen zum Projekt "3do" halten wir für sie im Bereich "Projekte" bereit.
Dominik Vinbruck
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