Pressemitteilungs-Archiv 2005
Gemeinsame Pressemitteilung von PRO BAHN Ruhr und
VCD Bochum/Gelsenkirchen vom 22.08.2005
Gelsenkirchen: PRO BAHN und VCD für Alternativen zum Buskonzept
CE 56 durchgehend erhalten - Kein Anruf-Sammeltaxi
Gelsenkirchen. (PRO BAHN/VCD) Nicht einverstanden mit vielen Planungen zum Buskonzept Gelsenkirchen sind der Fahrgastverband PRO BAHN Ruhr und der
Verkehrsclub Deutschland (VCD) Bochum und Gelsenkirchen. Sie fordern besonders den durchgehenden Erhalt der Buslinie CE 56 und den Verzicht auf die
Einführung des Anruf-Sammeltaxis. Die Verbände schlagen Alternativen vor, die bei den jetzt anstehenden Beratungen diskutiert werden sollten.
PRO BAHN und VCD begrüßen einzelne Verbesserungen im Konzept und können grundsätzlich auch mit der vorgesehenen Umstellung
des 20-Minuten-Takts auf einen 30-Minuten-Takt am Samstag leben. Geprüft werden müsse, ob die Kapazitäten im Einzelfall ausreichen, z. B. auf
den Linien 382 und 383.
Auf entschiedene Ablehnung der Verbände stößt hingegen die Absicht, die städteübergreifende Linie CE 56 (Bottrop-Kirchhellen -
Gladbeck - Gelsenkirchen) abends und am Wochenende zwischen Horst und Hbf zu streichen. Dazu Lothar Ebbers von PRO BAHN: "Die ersatzweise Nutzung der Linie
383 wäre mit zusätzlichem Umstieg, 15 Minuten längerer Fahrzeit und Verlust der Anschlüsse aus Bochum und Dortmund verbunden,
außerdem würden die Haltestellen Grimmstraße, Lockhofstraße und Gewerkenstraße nicht mehr bedient. Das kann man den
Fahrgästen des CE 56 nicht zumuten!"
Keine Zustimmung findet zudem der Vorschlag, eine Reihe von Buslinien auf Teilabschnitten durch ein Anruf-Sammeltaxi (AST) zu ersetzen. Dieses fährt
nur nach vorheriger Anmeldung und kostet bis zu 2,10 Euro zusätzlich. "Die Erfahrungen mit dem AST in Bochum sind ernüchternd", berichtet
VCD-Sprecher Jürgen Eichel. Nach einem Jahr Probebetrieb auf vier Linienabschnitten seien nur noch 3,5 Prozent der Fahrgäste bzw. Fahrten
gegenüber der vorherigen Bus-Bedienung übrig geblieben. "Ein totaler Flop", so der VCD. "Wenn schon Bedarfsverkehr, dann nur TaxiBus, der ohne
Zuschlag fährt."
Auf einer Reihe von weiteren Linien sehen PRO BAHN und VCD Nachbesserungsbedarf oder schlagen Verbesserungen an anderer Stelle vor. So solle die
Großsiedlung im Bereich Timmerbrinksweg auch abends weiter halbstündlich bedient werden (Linie 244). Die Takt-Ausdünnung auf den
Teilabschnitten der Linien 382/383 solle auf die Sommerferien beschränkt werden. Wo immer möglich, sollten einheitliche Linienwege und klare
Takte geschaffen bzw. beibehalten werden, so auf den Linien 396, 397 und 398. "Je klarer und verständlicher für die Fahrgäste, desto
attraktiver das Angebot", so Lothar Ebbers. In einigen Stadtbereichen sei daher eine Überarbeitung des Liniennetzes notwendig, so z. B in
Buer Nord/Hassel.
Dass auch den ÖPNV einen Beitrag zu kommunalen Einsparungen liefern muss, können die Verbände nachvollziehen. Doch statt
wie im Vorschlag der Verwaltung Einsparungen nur auf der Ausgabeseite mit der Streichung von 150 000 Bus-km abends und am Wochenende
vorzusehen, betrachten PRO BAHN und VCD auch die Einnahmenseite mit den Fahrgästen als zahlende Nutzer. Daher appellieren sie an die Mitglieder
des Verkehrsausschusses, in der Sitzung am Donnerstag den Spielraum für Veränderungen zu nutzen.
Lothar Ebbers
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