
Pressemitteilungs-Archiv 2009Presseerklärung zum Ferienfahrplan der StOAG (30.06.2009)STOAG-Ferienfahrplan: Pendler müssen nun früher aufstehen und sind länger unterwegsDer am kommenden Donnerstag in Kraft tretende Ferienfahrplan der STOAG bedeutet für zahlreiche Pendler auf den Linien SB 90 und SB 94 längere Fahrzeiten. Darauf weist der Fahrgastverband PRO BAHN hin. Tagsüber verkehren diese Linien in den Sommerferien nur alle 20 statt alle 10 Minuten, ab 18 Uhr wird ein 30-Minuten-Takt statt 15-Minuten-Takt angeboten. Insbesondere Umsteiger auf die DB-Züge seien häufig betroffen, da gerade die Busse mit den kurzen Übergängen auf die Züge entfielen. So müsse für die Zuganschlüsse am Sterkrader Bahnhof Richtung Duisburg sowohl von Schmachtendorf (SB 90) als auch von Königshardt (SB 94) meist zehn Minuten früher abgefahren werden, auch die parallel verkehrenden Linien SB 96, 952, 955 und 976 böten keine besseren Anschlüsse. Ebenso entfielen die Busse von Alstaden (SB 90) mit kurzem Übergang am Hauptbahnhof zur S 3 Richtung Essen. Besonders kritisch sei eine Fahrplanlücke im Morgenverkehr von 30 Minuten auf dem SB 90, die auch durch den SB 96 nicht geschlossen werde: Zu der von vielen Pendlern benutzten RB 35 nach Düsseldorf um 7:04 Uhr ab Sterkrade gebe es in den Sommerferien von Schmachtendorf und Alsfeld aus überhaupt keine Anschlüsse. Einzige Alternative sei, diesen Zug am Bahnhof Holten zu erreichen, wohin Anschlussverbindungen mit den Linien SB 96 und 955 bestünden. Diese Details zeigten nach Ansicht des Fahrgastverbands erneut, wie unausgewogen und kundenunfreundlich der neue STOAG-Fahrplan sei. So würden gerade die treuesten Kunden auf der stärksten Linie (SB 90) besonders getroffen. 'In den Sommerferien mehr Fahrten nach Biefang als nach Schmachtendorf Mitte anzubieten, ist ein Unding', so Dirk Grenz von PRO BAHN. Sein Kollege Lothar Ebbers ergänzt: 'Wir wehren uns nicht generell gegen Einsparungen im Angebot, aber in diesem Fahrplan ist zu stark bei den gut genutzten Angeboten gestrichen worden, das kostet Fahrgäste.' Rückfragen an: Lothar Ebbers, Neugahlener Str. 20, 46149 Oberhausen, Tel. 0208 / 6351916, Mobil 0176 / 78160592, E-Mail: ebbers@probahn-ruhr.de. Presseerklärung zum neuen STOAG-Fahrplan ab 14.6.09Als teilweise maßlose Kahlschlagaktion bezeichnet der Fahrgastverband PRO BAHN den neuen STOAG-Fahrplan, der am 14.6. in Kraft tritt. 'Bei allem Verständnis für die Sparzwänge des Unter- nehmens, hier wurden überzogene Streichungen insbesondere im Abendverkehr und in den Sommerferien vorgenommen, die die Qualität des Gesamtangebots massiv verschlechtern', so Lothar Ebbers (Oberhausen) vom Regionalvorstand Ruhr des Verbandes. Dünneres Netz und ausgedünnter FahrplanAuf den meisten Tageslinien werde ab 21 Uhr und damit rund zwei Stunden früher als bisher der Betrieb eingestellt und durch ein NachtExpress-Netz im Stundentakt ersetzt. So werde rund ein Drittel aller Haltestellen nach etwa 21:30 Uhr gar nicht mehr bedient, darunter auch tagsüber im 10-Minuten-Takt bediente wie Schlosserstraße. Noch gravierender sei, dass trotz getrennter Stern- fahrten alle halbe Stunde die meisten Hauptachsen nur noch stündlich bedient würden, die heute meist viermal und mehr pro Stunde angefahren werden. Dies gelte u. a. für Weseler Straße, Postweg, Vestische Straße, Hiesfelder Straße, Elpenbachstraße, Bergstraße, Mülheimer Straße (Nordteil), Duisburger Straße, Bebelstraße (Südteil). So sei eine zweite stündliche Fahrmöglichkeit meist nur an wenigen Haltestellen im Stadtteil gegeben, in Alstaden z. B. nur an der Alstadener Straße und am Fröbelplatz, auf der Königshardt nur an der Falkestraße und am Buchenweg. Stadtteile wie Rothebusch oder Klosterhardt seien abends nur noch einmal stündlich erreichbar. STO.AG jetzt abends Schlusslicht im RevierInsgesamt sinke der Fahrzeugeinsatz im Abendverkehr um mehr als die Hälfte von weit über 40 auf nur noch 20 Busse. Dadurch sei die STOAG künftig Schlusslicht im Revier zwischen Duisburg und Dortmund. Selbst wesentlich kleinere Städte wie Gladbeck, Castrop-Rauxel oder Witten böten ein Grundangebot im Halbstundentakt auf allen Hauptästen bis mindestens 23 Uhr. 'Dieser Fahrplan stellt einen einschneidenden Eingriff in das kulturelle und gesellschaftliche Leben in der Stadt dar', so Dirk Grenz (Oberhausen) von PRO BAHN Ruhr. 'Wer vom VHS-Kurs, aus dem Theater, dem Konzert, vom Spät-Einkauf bis 22 Uhr, vom Vereinsabend oder vom Sporttraining kommt und dann bis zu einer Stunde auf eine Fahrmöglichkeit warten oder zusätzliche Fußwege bis zu 800 Metern zurücklegen muss, ist in seiner Lebensqualität massiv eingeschränkt.' Nicht jeder könne auf Auto, Moped oder Fahrrad ausweichen, viele Jugendliche müssten wieder häufiger von Mama oder Papa abgeholt werden. Das unzureichende Angebot könne auch nicht durch die STOAG- Werbekampagne verschleiert werden. 'Damit aufregende Shopping-Touren entspannt enden' oder 'Damit jede Vorstellung ihr Happy End bekommt' (so die STOAG-Sprüche) müssten die betrof- fenen Fahrgäste als Verhöhnung empfinden. Mehr Umwege und mehr UmstiegeMassiv von der Umstellung betroffen seien Fahrgäste, die im Nachtnetz teilweise riesige Umwege mit zusätzlichen Umstiegen in Kauf nehmen müssten, wo es bislang eine schnelle Direktverbin- dung gab. So könne von Osterfeld Mitte nach Vondern statt zweimal pro Stunde direkt (7 Minuten) zukünftig nur noch stündlich über Hauptbahnhof und Bermensfeld gefahren werden (Fahrzeit 46 Minuten, Bsp. 1). Von der Alstadener Straße zum Ruhrpark (bisher zweimal stündlich direkt in vier Minuten) müsse dann über Marktstraße (einmal Umsteigen, 44 Minuten) oder gar über Obermeide- rich Bf und Hauptbahnhof (zweimal Umsteigen, 36 Minuten, Bsp. 2) gefahren werden, von der Martinstraße zur Ludwigshütte (bisher viermal stündlich in vier Minuten) gehe es dann nur noch stündlich mit Umstieg am Bahnhof Holten in 17 Minuten (Bsp. 3). Die geringe Taktdichte führe weiterhin dazu, dass die Fahrplanprogramme exotische Verbindungen vorschlügen. So solle man von Düsseldorf Hbf. nach Lirich Wilmsstraße demnächst über Duisburg-Neumühl fahren (Bsp. 4), für die Verbindung von Osterfeld Mitte nach Klosterhardt wird auch der Weg mit zweifachem Umstieg in Sterkrade und an der Falkestraße in Königshardt (Bsp. 5) empfohlen. Sommerferienfahrplan: Trifft viele und ist schlecht geplantAuch der neue Sommerferienfahrplan auf den SB-Linien 90 und 94 findet bei PRO BAHN keine Zustimmung. Hier werde ausgerechnet auf der fahrgaststärksten Linie (SB 90) das Angebot halbiert. Die Koordination des verbleibenden 20-Minuten-Taktes mit den parallellaufenden Linien und den Zuganschlüssen sei katastrophal. So führen SB 90 und 143 innerhalb von 3 Minuten vom Hauptbahnhof Richtung Alstaden Mitte, von der S 3 aus nicht erreichbar, dann 17 Minuten lang kein Bus. Die drei Linien von der Königshardt kämen innerhalb von 6 Minuten am Sterkrader Bahnhof an, alle nicht passend zu den Zuganschlüssen Richtung Duisburg. Besonders steche eine 30-Minuten-Lücke auf dem SB 90 im morgendlichen Berufsverkehr hervor, die auch durch den SB 96 kaum verkleinert werde. So käme am Sterkrader Bahnhof zwischen 6:45 Uhr und 7:04 Uhr kein Bus aus Richtung Schmachtendorf und Alsfeld an (bisher Verbindungen etwa alle 5 Minuten, Bsp. 6), der wichtige Pendlerzug um 7:04 Uhr nach Düsseldorf sei von diesen Stadtteilen aus in den Sommerferien praktisch nicht erreichbar. So werde bei nur geringem Einsparerfolg ein besonders großer und treuer Kundenkreis massiv getroffen. PRO BAHN zeigt Alternativen: Kein NE vor 23 Uhr!Es sei naiv zu glauben, dass diese Verschlechterungen nur Fahrgastabwanderungen im Abend- verkehr zur Folge hätten. Auch tagsüber und im eigentlichen Nachtverkehr drohten Fahrgast- rückgänge, so dass die nächsten Streichungen vorprogrammiert seien. PRO BAHN hatte bereits im Vorfeld der STOAG Vorschläge gemacht, wie im Abendverkehr bis zu 15 Busse eingespart werden könnten und dennoch alle Hauptachsen mit den Tageslinien im Halbstundentakt ange- fahren würden. Um auf dieselbe Einsparsumme wie jetzt zu kommen, müssten dann durch eine punktuelle Netz- und Fahrplanumstellung im Tagesverkehr nur ein bis zwei Fahrzeuge auf besonders schwach ausgelasteten Abschnitten eingespart werden. Dazu lägen zahlreiche weitgehend verträgliche Vorschläge vor. Protest bei STO.AG und Kommunalpolitik nötigPRO BAHN fordert die Aussetzung dieses Sparfahrplans spätestens zum Beginn der Kultur- hauptstadt 2010. Wenn erst einmal die Abwärtsspirale zwischen Nachfrage und Angebot in Bewegung geraten sei, dann drohe der bisherige Vorzeigebetrieb STOAG zum abschreckenden Beispiel zu werden. 'Bislang ist der Nahverkehr im Ruhrgebiet im Vergleich zu anderen Ballungs- räumen schon nicht gerade vorbildlich, jetzt setzt die STOAG hier einen neuen Tiefpunkt', so Lothar Ebbers. Der Fahrgastverband fordert die betroffenen Fahrgäste auf, bei der STOAG, aber auch bei den verantwortlichen Politikern gegen diese Verschlechterungen zu protestieren. Dazu plane PRO BAHN eine abendliche Flugblattaktion an wichtigen Haltestellen nach dem Fahrplanwechsel. 'Wirtschaftlicher und politischer Druck ist nötig', so Dirk Grenz. 'Nur wenn die STOAG die Verärgerung der Fahrgäste auch in ihrer Kasse spürt, kann sie zum Einlenken gebracht werden.' PRO BAHN weist darauf hin, dass Fahrgäste ihre VRR-Tickets auch bei der DB oder bei Nachbarverkehrsbetrieben erwerben könnten. Abonnenten sollten mit Kündigung drohen, wenn sie ihre üblichen Fahrten nicht mehr unternehmen könnten. Bei der Kommunalpolitik seien vor allem die Vertreter im STOAG-Aufsichtsrat Ansprechpartner, die von den Fraktionen von SPD und CDU entsandt seien, und natürlich Oberbürgermemister Wehling als Aufsichtsratsvorsitzender. Weitere Materialien mit Fahrplanauszügen zu den genannten Beispielen werden beim Pressegespräch verteilt oder sind erhältlich bei: Lothar Ebbers, Neugahlener Str. 20, 46149 Oberhausen, Tel. 0208 / 6351916, E-Mail: ebbers@probahn-ruhr.de. Flugblatt mit näheren Informationen |
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