Pressemitteilungs-Archiv 2010
Presseerklärung zur Vereinbarung zwischen CDU und Bündnis 90/Die Grünen im VRR vom 28. Januar 2010
Pro Bahn und VCD NRW unterstützen Sozialticket und Streckenreaktivierungen/
Zur Finanzierung auch Landesregierung gefordert
Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) NRW und der Fahrgastverband PRO BAHN
begrüßen die Vereinbarung zwischen CDU und Bündnis 90/Die Grünen zur
verbundweiten Einführung eines Sozialtickets im VRR zum 1.8.2010. Die
vorgesehene Rabattierung und die Wahlmöglichkeit zwischen gewöhnlichem
Ticket1000 und 9-Uhr-Ticket bietet dem betroffenen Kundenkreis die
Auswahl entsprechend den eigenen Mobilitätsbedürfnissen. Auch die
Einbeziehung von Geringverdienern in den Kreis der Anspruchsberechtigten
ist sinnvoll, für diesen Personenkreis müssten allerdings auch Tickets
höherer Preisstufen angeboten werden, wenn sie z. B. in Nachbarstädten
arbeiten. Es ist zu hoffen, dass auch die anderen Fraktionen dieser
Lösung zustimmen werden. Zur Finanzierung sehen die Verbände auch die
Landesregierung gefordert.
Erfreut zeigen sich die beiden Verbände, dass ihr Sachverstand verstärkt
in die Gremienberatung im VRR einbezogen werden soll.
Der von den beiden Fraktionen angestrebte Erhalt des bestehenden
Angebots im Schienenpersonennahverkehr ist auch für PRO BAHN und VCD NRW
eine wesentliche Forderung für die nächsten Jahre. Die angesprochenen
bedarfsgerechten Umschichtungen im Angebot haben wir schon in letzter
Zeit für mehrere Strecken vorgeschlagen. Eine Umstellung von Bahnlinien
in den Schwachverkehrszeiten abends bzw. am Wochenende auf Busverkehr
ist allerdings sehr kritisch zu sehen. Der mögliche Einspareffekt ist
sehr begrenzt, die Einschrä;nkungen bei der Gepäck- und Fahrradmitnahme
und die Orientierungsprobleme für Fahrgäste sind erheblich, bei
Verbindungslinien sind die im Integralen Taktfahrplan vorgesehenen
Anschlüsse auf beiden Seiten überwiegend nicht einhaltbar, und es muss
mit Fahrgastrückgängen auch in den Hauptverkehrszeiten gerechnet werden,
so dass am Ende sogar Streckenstilllegungen zu befürchten sind. Eine
wirksame Entlastung des SPNV-Etats ist vielmehr von einer gerechten
Festsetzung von Trassen- und Stationspreisen durch die DB, die auch
Anreiz zur mehr Verkehren auf der Schiene bietet, zu erwarten. Hier ist
insbesondere der Bund als Gesetzgeber und Eigentümer der DB gefordert.
Dass auch weiterhin Streckenreaktivierungen angestrebt werden, ist
erfreulich. Befremdlich ist jedoch, dass nur drei auf Düsseldorf
zulaufende Strecken erwähnt werden. Die Projekte „Hertener Bahn“
(Bottrop - Herten - Recklinghausen) und „Niederrheinbahn“ (Duisburg -
Moers - Kamp-Lintfort/Neukirchen-Vluyn) würden die besonders vom
Strukturwandel betroffenen Städte im nördlichen und westlichen
Ruhrgebiet an den regionalen Schienenverkehr anbinden und damit ein
großes Fahrgastpotenzial erschließen und wären aus Sicht der Verbände
zudem zu vergleichsweise günstigen Bedingungen realisierbar. Es geht
nicht an, dass wie schon beim Stadtbahnausbau Investitionen fast nur
noch entlang der Rheinschiene stattfinden sollen.
Rückfragen:
Lothar Ebbers, Pro Bahn, Tel.: 0208/ 635 19 16
Jürgen Eichel, VCD, Tel.: 0234/14919
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