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Neutrassierung der Eisenbahntrasse Dortmund - Lünen - Münster im Bereich Dortmund-Westfalenhütte

Im Zuge der Entwicklung des Westfalenhütte-Geländes setzt sich PRO BAHN, Regionalverband Ruhr, für eine Neutrassierung der Eisenbahntrasse Dortmund - Lünen (- Münster) ein.

Das bisher als Hüttenwerk genutzte Gelände wird von Thyssen-Krupp (vorm. Hoesch) als Stahlwerk aufgegeben. Bei der Überplanung des Areals besteht die Chance, eine neue Trasse für die vom Eisenbahnfern- und Nahverkehr stark genutzte Kursbuchstrecke 411/412 festzulegen.

Diese Trasse kann die bisherigen Gleisanlagen zwischen dem Abzweig VEW-Kraftwerk/Berufsschule und dem Haltepunkt Dortmund-Kirchderne ersetzten. Sie verläuft zunächst auf der Haupttrasse nach Hamm südlich des Borsigplatzviertels bis zu einem neuen, kreuzungsfreien Abzweig südlich der Brackeler Straße. Dieser Abzweig führt in Richtung Norden am östlichen Rand des Westfalenhütte-Geländes bis in Höhe des Haltepunktes Kirchderne wieder die bestehnende Trasse genutzt werden kann.

Grafik: Westfalenhütte Dortmund - Vorschlag zur Neuordnung des Schienenverkehrs

Die Stadt Dortmund wird aufgefordert, sich für eine Aufnahme der Maßnahme in den Bundesverkehrswegeplan einzusetzen und im Flächennutzungsplan eine Trasse freizuhalten.



Begründung

Verkehrliche Nachteile der heutigen Situation:

  • Geringe Kapazität und Verspätungsanfälligkeit am Ostkopf des Dortmunder Hauptbahnhofes, da ausfahrende Züge nach Lünen niveaugleich einfahrende Züge aus Hamm kreuzen (ein vom IC-Bahnsteig nach Lünen ausfahrender Zug blockiert die Strecke von Hamm für vier Minuten)
  • Geringe Reisegeschwindigkeit aufgrund des sehr engen Abzweiges am VEW-Kraftwerk/Berufsschule

Städtebauliche Nachteile der heutigen Situation:

  • Isolation des Borsigplatzviertels durch die "Insellage"


Vorteile einer neuen Strecke:

  • Die Maßnahme stellt eine sinnvolle Ergänzung des Ausbaus der Strecke Dortmund - Kamen - Hamm dar, da der Bahnverkehr nach Lünen/Münster und Hamm flexibeler gestaltet werden kann
  • Bessere Erschließung des östlichen Westfalenhütte-Geländes durch einen nach Süden verlegten Haltepunkt Kirchderne
  • An diesem neuen Haltepunkt mögliche Verknüpfung mit einer auf das Gelände der Westfalenhütte verlängerten Straßenbahn 404
  • Die Neuordnung der Gleise zwischen Hauptbahnhof und VEW-Kraftwerk/Berufsschule erleichtert die Verlängerung der S-Bahnen zum Brügmannplatz (Verknüpfung zur U-Stadtbahn)
  • Die Bahntrasse östlich parallel zur Bornstraße kann entwidmet und abgerissen werden. Dies erleichtert die Erschließung des Westfalenhütte-Geländes und vermindert die Isolation des Borsigplatz-Viertels.
  • Durch den Abriss der Brücken über der Einmündung Ostermärsch/Gronaustraße kann die Straßenbahn auch in diesem Bereich zweigleisig ausgebaut werden (Abwägung gegenüber dem Erhalt dieser eindrucksvollen Brückensituation erforderlich)
  • Ersatz des Bahnübergangs "Im Karrenberg" durch eine Unterführung


Kosten und Realisierung:

  • Die betroffenen Grundstücke dürften vorwiegend im Eigentum der DB AG, Thyssen-Krupp und der Stadt Dortmund stehen. Die Strecke Dortmund - Lünen - Münster fällt in die Zuständigkeit des Bundes. Das Vorhaben muss in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen werden (IC-Strecke), die Finanzierung geht dann zu Lasten des Bundes.
  • Vorrangig ist aber zunächst, die künftige Trasse bei der Entwicklung der Westfalenhütte freizuhalten.


Nähere Informationen zum Projekt
Oliver Stieglitz
E-Mail stieglitz@probahn-nrw.de