|
|
Walsumbahn - Schnellbahn für den Duisburger Norden
Seit einigen Jahren unterstützt PRO BAHN Pläne, die Walsumbahn zwischen Oberhausen Hbf und Duisburg-Walsum für den Personenverkehr zu reaktivieren. Im folgenden Text wird die heutige Situation der Walsumbahn vorgestellt und ein Ausblick auf die Möglichkeiten nach einer Reaktivierung geworfen.
Seit Januar 2004 liegt nun das Reaktivierungs-Gutachten des Ingenieur-Büros Spiekermann (Düsseldorf) vor. Lesen Sie auch die Stellungnahme von PRO BAHN zum Gutachten.
LETZTER STAND
Die Stadt Duisburg hat nach den negativen Aussagen des Gutachtens zu den Erfolgsaussichten der Strecke (die von PRO BAHN nicht geteilt werden --> zur Stellungnahme) die weiteren Bemühungen um eine Reaktivierung der Strecke zu den Akten gelegt.
Reaktivierung der Bahnstrecke Oberhausen–Hamborn–Walsum für den
Personennahverkehr
Heutige Situation: Nahverkehrsangebot im Duisburger Norden unzureichend und unattraktiv.
- Keine Anbindung des Duisburger Nordens an den schnellen Schienenpersonennahverkehr (SPNV) des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr
- Das Nahverkehrsangebot im Duisburger Norden ist für wichtige Kundengruppen unattraktiv
- Unzureichendes Angebot für Berufs- und Ausbildungspendler aus den Bezirken Hamborn und Walsum (ca. 150.000 Einwohner)
- Nicht akzeptable Fahrzeiten (bis 58 min) zwischen der Innenstadt und mehreren Ortsteilen des Duisburger Nordens, u.a. Vierlinden, Alt-Walsum, Wehofen, Röttgersbach und Overbruch
- Die Inbetriebnahme der U-Bahn bis Meiderich bringt keine wesentliche Verbesserung der Anbindung der Bezirke Hamborn und Walsum
Die Folgen:
- Pendler benutzen das Auto
- Überlastung des Straßennetzes
- Hohe Defizite bei Bus und Straßenbahn
Die Streckenführung
- Die Walsumbahn beginnt im Norden am Haltepunkt "Duisburg-Overbruch" (Am Weißen Stein/Kaiserstraße/Sandbergweg) und erschließt neben dem gleichnamigen Stadtteil das landschaftlich reizvolle Rheinvorland.
1.300 m weiter südlich folgt der Haltepunkt "Duisburg-Alt-Walsum" an der Königstraße/Bahnhofstraße. Er erschließt neben Alt-Walsum den Stadtteil Vierlinden.
- Der nächste Halt "Duisburg-Aldenrade/Fahrn", folgt nach 2.300 m in südöstlicher Richtung an der Kreuzung der Strecke mit der Friedrich-Ebert-Straße. Neben Fahrn liegen die südlichen Bereiche von Aldenrade in fußläufiger Entfernung zum Haltepunkt. Zudem besteht die Möglichkeit, durch die geringfügige Verlegung der Haltestelle "Schwan" an der Straßenbahnlinie 902/903 eine direkte Verknüpfung in das Walsumer Geschäftszentrum und nach Marxloh-Zentrum herzustellen.
- 2.400 m weiter in südöstlicher Richtung erreicht die Strecke nach Querung der A 59 den Haltepunkt "Duisburg-Marxloh", der ein dichtbesiedeltes Gebiet erschließt sowie darüber hinaus zur Straßenbahnlinie 901 (Hst. "Hermannstraße") und somit erneut mit Marxloh-Zentrum, Bruckhausen und den Obermarxloher Wohngebieten verknüpft.
- Nach weiteren 2.350 m in östlicher Richtung hält die Bahn am Haltepunkt "Duisburg-Neumühl" und erschließt neben diesem Stadtteil Schmidhorst und Teile von Röttgersbach.
- 2.500 m weiter, kurz hinter der Stadtgrenze zu Oberhausen, folgt der Halt "Oberhausen-Buschhausen", der den gleichnamigen Stadtteil erschließt und an der Haltestelle "Am Steinberg" zur Buslinie 983 verknüpft.
- Die letzten 3,6 km führen die Walsumbahn nach "Oberhausener Hauptbahnhof". Von dort aus gibt es schnelle und direkte Verbindungen u. a. mit dem RE 5 (Duisburg, Düsseldorf Flughafen, Düsseldorf, Köln), der S 3 (Mülheim, Essen), dem RE 3 und S 2 (Duisburg, Düsseldorf oder Gelsenkirchen, Dortmund), der RB 33 (Krefeld, Mönchengladbach) oder der RB 36 (Duisburg-Meiderich, Duisburg-Ruhrort).
Das Fahrzeug
Moderne, komfortable Fahrzeuge erleichtern den Umstieg vom Pkw auf die Schiene. Hier eignet sich z. B. der Talent mit Dieselantrieb, wie er z. B. auf den Strecken Ruhrort - Oberhausen - Dorsten oder Duisburg - Xanten unterwegs ist. Mit diesem Fahrzeug wäre eine kurzfristige Wiederinbetriebnahme für den Personenverkehr möglich.
Ziel: Aufwertung des Duisburger Nordens durch Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur
- Schnelle Schienenanbindung an die Zentren Düsseldorf, Duisburg und Essen sowie den Flughafen Düsseldorf
- Einrichtung eines 30-Minuten-Taktes mit attraktiven Umsteigemöglichkeiten in Oberhausen
- Aufwertung der vorhandenen Grundstücke, Freiflächen und Industriebrachen
- Attraktivitätssteigerung für Wohn- und Gewerbeansiedlung
- Reduzierung des motorisierten Individualverkehrs
Historischer Rückblick
- Inbetriebnahme der Bahnstrecke Oberhausen – Hamborn – Walsum im Jahre 1912
- Eröffnung des Bahnhofs Hamborn am 14. Oktober 1912 als repräsentativer Bahnhof für die "Großstadt" Hamborn, ein bis zwei Kilometer von den Zentren Neumühls, Hamborns und Marxlohs entfernt
- Ursprünglich geplant: Eine direkte Verbindung Duisburg - Meiderich - Hamborn - Walsum
- Ruhrschnellverkehr in den 1930er Jahren
Vorläufer des heutigen S-Bahn-Netzes Rhein-Ruhr
Ruhr-Schnellverkehr (Oberhausen - Wesel), 1939 fuhren täglich 34 Züge ab Walsum
Nach 1945 "Stichbahn" bis Spellen (Brücke über Wesel - Datteln-Kanal wurde nicht wieder aufgebaut)
1950 fuhren bis zu 79 Züge ab Walsum
Schienenbusse der 1960er Jahre
Seit Mitte der 1960er Jahre kamen ETA 150, Elektro-Triebwagen mit Akkumulatoren, im Volksmund "Heulboje" genannt, bis Walsum zum Einsatz, Bahnbus zur Weiterfahrt nach Spellen ab 1963
Seit Ende der 1960er zusätzlicher Haltepunkt Marxloh (Kaiser-Friedrich-Straße) mit Bau einer aufwändige Treppe kurz vor Stillegung
Reduzierter Personenverkehr in den 1970ern zur Schaffung von freien Fahrplantrassen für den Montanverkehr (Kohle), nur noch zwei Züge ab 1976
Außerbetriebnahme für den Personenverkehr am 27. Mai 1983
Seitdem nur noch Güterverkehr, insbesondere Kohletransporte vom Schacht Walsum und zum Kraftwerk Voerde-Möllen
Attraktivitätssteigerung für Wohn- und Gewerbeansiedlung
Aufwertung von Grundstücken und Immobilien durch eine attraktive Schnellbahnanbindung an die Oberzentren Duisburg, Essen und Düsseldorf. Beispielhaft seien genannt hochwertige Wohnbebauung im Nahbereich (Gebag-Projekt "Halfmannspfad") und weitere Reserveflächen im Nahbereich des geplanten Haltepunkts (z. B. Biefangstraße, Neuhausstraße).
Ziel: Schaffung eines familienfreundlichen Umfeldes, um den Abwanderungstrend ins Umland stoppen.
Zielgruppe: Berufspendler
Aktivitäten / Ausblick
- Fahrgastverband Pro Bahn (Regionalverbände Niederrhein und Ruhr)
Erarbeitung eines Konzepts zur Einrichtung einer SPNV-Linie auf der Güterbahnstrecke Oberhausen-Hamborn-Walsum
- Bezirksvertretungen Hamborn und Walsum
September 2001: einstimmiger Beschluss über Prüfauftrag an die Stadt Duisburg
- Städte Duisburg und Oberhausen
Sommer 2002: positive Beurteilung des Konzepts durch die Städte Duisburg und Oberhausen
Ende 2002: gemeinsamer Auftrag über Gutachten zur Walsumbahn (Verkehrsnachfrage, Bau- und Betriebskosten, Wirtschaftlichkeit)
Anfang 2004: Fertigstellung des Gutachtens
März 2004: Die Stadt Duisburg legt das Projekt nach negativen Aussagen des Gutachtens zu den Akten
CDU Oberhausen, Prignitzer Eisenbahn (PEG) und PRO BAHN: Probefahrt auf der Walsumbahn am 21.08.2003 von Oberhausen Hbf bis Dinslaken.
Presseresonanz
- world games 2005 in Duisburg
Vision: Einrichtung eines Probebetriebs der "Walsumbahn" für die Dauer der world games 2005 in Duisburg
Erstellung des Konzepts
Dipl.-Ing. Thomas Christ
Fon 02 03 - 47 54 93
E-Mail walsumbahn@probahn-ruhr.de
|